Die Entdeckung der DNA-Doppelhelix vor 50 Jahren hat die Lebenswissenschaften grundlegend revolutioniert. Mit der Strukturaufklärung der Erbsubstanz öffnete sich das Tor zu neuen Eingriffsmöglichkeiten in das Lebendige. Gentechnik und Biotechnologie begründen heute weltweit neue Wirtschaftskraft und lösen neben Hoffnungen auch Ängste aus.
Verständliche Informationen über lebenswissenschaftliche Forschung und ihre Anwendungsmöglichkeiten in Medizin und Pharmazie, in Landwirtschaft und Ernährung sowie im Umweltschutz sind dringend nötig. Sie sind die Basis für den Dialog zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik und für politische Entscheidungen.
Ich freue mich, dass der Verband Deutscher Biologen und biowissenschaftlicher Fachgesellschaften im Rahmen der Initiative "Wissenschaft im Dialog", nach dem Jahr der Lebenswissenschaften 2001 und dem Jahr der Geowissenschaften 2002 nunmehr im "Jahr der Chemie" zum dritten Mal die Initiative ergriffen hat, den Dialog über die Lebenswissenschaften zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und allen interessierten Menschen zu fördern.
Die 3. Münchner Wissenschaftstage mit dem Titel "Fäden des Lebens - 50 Jahre DNA-Doppelhelix" sind dieses Jahr im Rahmen weltweiter DNA-Jubiläumsfeiern in Deutschland die einzige Großveranstaltung für die breite Öffentlichkeit. Dabei verdeutlichen sie die Früchte interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Naturwissenschaften bis hin zur Informatik auf der einen und den Geisteswissenschaften auf der anderen Seite.
Der Themenbogen wird von der Entdeckungsgeschichte der DNA über die Genomforschung bis zu den aktuellen Forschungen über die Funktion der Gene und ihr Zusammenspiel mit Umweltfaktoren gespannt. Fünf Tage lang bieten sich in Vorträgen, an den "Marktständen der Wissenschaft", in Podiengesprächen und bei der Besichtigung von Firmen und Forschungseinrichtungen auch viele Gelegenheiten zu einer kritischen Diskussion der Anwendungsperspektiven und der ethischen Aspekte.
Ganz besonders freue ich mich über die speziellen Programmteile zur Förderung des Nachwuchses: ein Kinderprogramm, Praktika für Schülerinnen und Schüler und Berufsinformationen für Studienanfänger und Studierende.
Wir müssen die Chancen von Gentechnik und Biotechnologie erkennen und unter Berücksichtigung der möglichen Risiken verantwortungsvoll nutzen. Vor allem müssen wir die neuen Erkenntnisse in der Öffentlichkeit erörtern. Das 21. Jahrhundert wird das Jahrhundert der Biowissenschaften. Ihre Erkenntnisse werden unsere Welt mindestens so sehr verändern wie die Computer es in den letzten Jahrzehnten bereits getan haben.
Den 3. Münchner Wissenschaftstagen wünsche ich viel Erfolg.


Einladung