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Grußworte der Schirmherren

Dr. Ludwig Spaenle
Bayerischer Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst


Die Münchner Wissenschaftstage, die in diesem Jahr zum 15. Mal stattfinden, wagen einen Blick in die Zukunft unserer Städte. Schließlich mangelt es nicht an Herausforderungen, denen sich Städte perspektivisch stellen müssen: Demographischer und gesellschaftlicher Wandel, stetig steigende Bevölkerungszahlen, zunehmender Verkehr, Klimaveränderungen, Umwelteinflüsse und nicht zuletzt auch technologische Neuerungen werden sich auf die Stadtplanung auswirken. Gerne spricht man in diesem Zusammenhang von „Smart Cities“, also intelligenten Städten, die fortschrittlich, umweltbewusst, inklusiv und natürlich komfortabel sein sollen. Auch die Digitalisierung spielt eine zentrale Rolle: So sollen die Städte von morgen Daten sammeln, vernetzt sein und ständig mit ihren Bewohnern interagieren. Es wird sich zeigen, welche Rolle und Freiräume dem einzelnen Bürger und seinem sozialen Umfeld künftig zukommen werden. Wie genau sich die Städte der Zukunft entwickeln könnten, wollen die Wissenschaftstage mit Vorträgen, Workshops und Informationsständen beleuchten. Das Themenspektrum ist dabei wie in jedem Jahr äußerst facettenreich.

Die Münchner Wissenschaftstage widmen sich damit ihrer Mission, den Bürgerinnen und Bürgern Wissenschaft in anschaulicher Weise näherzubringen, Hemmungen abzubauen und den Dialog zwischen Gesellschaft und Wissenschaft anzuregen. Dieses Ziel unterstützt die Bayerische Staatsregierung nachdrücklich.

Den Organisatoren sowie allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern danke ich herzlich für das immense Engagement, das nötig ist, um ein eine so aufwendige Veranstaltung mit einem interessanten Programm auf die Beine zu stellen. Ich wünsche den Münchner Wissenschaftstagen weiterhin großen Erfolg sowie zahlreiche Besucherinnen und Besucher.



Dieter Reiter
Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München


Immer mehr Menschen zieht es in die Städte. Hier konzentrieren sich Arbeitsplätze und Einrichtungen, die für den Alltag unverzichtbar sind. Nach aktuellen Voraussagen werden im Jahr 2050 weltweit knapp drei Viertel aller Menschen in Städten leben – eine enorme Aufgabe für die Organisation eines geregelten Miteinanders. In Deutschland ist es ähnlich: Vor allem die Großstadtregionen boomen. Dies wirft drängende Fragen auf: Wie lassen sich Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Freizeit und Mobilität in einem immer dichter werdenden Stadtgefüge effizient, sozial und ressourcenschonend in Einklang bringen? Wie begegnen wir Flächenmangel und Nutzungskonflikten? In welchem Verhältnis werden Stadt und ländlicher Raum künftig stehen? Wie lassen sich die Versorgung mit Energie und Wasser und die Entsorgung unserer Abfälle sichern? Welche Rolle spielt künftig bürgerschaftliches Engagement?

Auch München wächst und wächst: Im Jahr 2030 sollen laut neuer Prognose bereits über 1,7 Millionen Menschen in der Isarmetropole leben. Wir haben schon früh die Brisanz dieser Entwicklung erkannt und arbeiten intensiv an Lösungsansätzen. Eines ist dabei klar: Ein funktionsfähiges Gemeinwesen, das den Ansprüchen der Zukunft gewachsen ist, lässt sich nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort gestalten. Darauf legen wir in München großen Wert. In mehreren Projekten erarbeiten wir zusammen mit Bürgerinnen und Bürgern Perspektiven für künftige Herausforderungen der Stadtentwicklung.

Auch die diesjährigen Münchner Wissenschaftstage suchen Antworten, wie die Städte der Zukunft aussehen könnten. Dies geht uns alle an, daher habe ich gerne wieder die Schirmherrschaft übernommen. Ob spannende Diskussionen und Vorträge, Workshops oder der Science-Slam – für jede Altersgruppe ist etwas geboten. Den Organisatoren sage ich ein herzliches Dankeschön und wünsche allen Beteiligten viele interessante Erkenntnisse.


Dr. Heinrich Bottermann
Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt


Die Zukunftsstadt soll CO2-neutral, klima- und ressourceneffizient, sozial und klimaangepasst sein. Außerdem werden zukünftig immer mehr Menschen in Städten leben. Während es derzeit etwa 50 Prozent sind, werden im Jahr 2050 voraussichtlich etwa 70 Prozent der Weltbevölkerung in einer Stadt wohnen. Aufgrund dieser Dynamik ist die Erreichung nachhaltiger Städtekonzepte zugleich ein sehr wichtiger Beitrag zu einer weltweiten nachhaltigen Entwicklung.

Allerdings gibt es im nationalen und internationalen Diskurs über nachhaltige Stadtentwicklung keine einheitliche Zieldefinition, wie nachhaltige Städte aussehen oder wie der Weg dahin konkret zu gestalten wäre. Zudem ist die Diskussion um eine nachhaltige Stadtentwicklung durch eine große Bandbreite an theoretischen und praktischen Konzepten geprägt. Auf der einen Seite stehen Ansätze, die eher lokale oder regionale Selbstversorgung mit angepassten Technologien als Ziel begreifen und mit Themen wie urbaner Landwirtschaft und Transition Towns assoziiert werden. Auf der anderen Seite werden technologisch hochentwickelte Stadt- und Infrastruktursysteme als Maßnahmen einer nachhaltigen Stadtentwicklung vorgeschlagen, wie z. B. in Konzepten zur „Smart City“. Die große Vielfalt an Konzepten spiegelt die hohe Diversität von Städten wider, die je nach Größe und Dichte sowie klimatischen, geografischen, sozioökonomischen und kulturellen Bedingungen spezifische, historisch gewachsene Charakteristika aufweisen. Ein meist hoher Nutzungsdruck auf städtische Flächen begleitet und erschwert die Diskussion um eine nachhaltige Stadtentwicklung. Diese hochkomplexen, fachlich-wissenschaftlichen Fragestellungen bedürfen eines Wissenschaftstransfers wie hier auf den Münchner Wissenschaftstagen.

 

 

 
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