Grußworte der Schirmherren

Professor Dr. Johanna Wanka
Bundesministerin für Bildung und Forschung

Ob in München oder in Berlin, in den Städten oder den ländlichen Räumen, überall wird die fortschreitende Digitalisierung unser Leben entscheidend verändern. Die Digitalisierung hebt Grenzen auf: Wir können uns auf unkomplizierte Weise weltweit austauschen; wir können arbeiten und müssen dazu nicht am Arbeitsplatz sein und wir können zu jeder Tages- und Nachtzeit Informationen einholen. Aber bringt uns das Internet wirklich einander näher? Oder verlieren wir dadurch vielmehr unsere sozialen Kontakte? Arbeiten wir tatsächlich flexibler oder verschwimmen dadurch mehr und mehr die Grenzen zwischen Arbeitswelt und Privatleben? Machen uns jederzeit abrufbare Informationen klüger oder vernachlässigen wir unser Lernvermögen? Auf diese Fragen suchen wir nach Antworten – beim Wissenschaftsjahr 2014 unter dem Motto "Digitale Gesellschaft" und bei den 14. Münchner Wissenschaftstagen.

Während die einen den digitalen Wandel als Errungenschaft wahrnehmen, erzeugt er bei den anderen Ängste. Die Münchner Wissenschaftstage bieten Technikbegeisterten und -skeptikern eine gute Gelegenheit, sich auszutauschen und voneinander zu lernen. Denn wir entscheiden gemeinsam, in welcher digitalen Gesellschaft wir leben wollen. Es ist richtig, dass zahlreiche Entwicklungen auf digitalen Technologien fußen. Aber es sollte uns stets bewusst sein, dass es nicht die Technologien sind, die die digitale Gesellschaft gestalten, sondern wir als Nutzer.

Das vielfältige Programm der Münchner Wissenschaftstage vom 8. bis 11. November 2014 lädt dazu ein, sich über die wichtigen Themen des digitalen Wandels zu informieren. Lassen Sie sich zum Mitmachen, Nachdenken und Mitdiskutieren anregen – ich wünsche Ihnen vier spannende und informative Wissenschaftstage in München.

 

Dr. Ludwig Spaenle
Bayerischer Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst

Kaum etwas hat die Gesellschaft in den letzten 20 Jahren derartig revolutioniert wie die Informations- und Kommunikationstechnik. Im Internet zu surfen, sich mit Menschen weltweit zu vernetzen und mit ihnen zu interagieren – all das sind inzwischen Selbstverständlichkeiten. Wir leben heute in einem digitalen Zeitalter und bei der jüngeren Generation sprechen wir von "digital natives", die sich in virtuellen Welten selbstverständlich zurechtfinden.

Computer, Smartphone & Co beeinflussen nicht nur unser Privatleben, sie haben auch erhebliche Auswirkungen auf Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Der rasante Fortschritt der Informations- und Kommunikationstechnik eröffnet großartige Perspektiven für wirtschaftliches Wachstum und ist ein wichtiger Standortfaktor. Diese Chancen wollen wir beispielsweise mit der Digitalisierungsoffensive der Bayerischen Staatsregierung nutzen. Auch im Kulturbereich eröffnen sich vielfältige Möglichkeiten. Beispielhaft dafür steht die Deutsche Digitale Bibliothek, die unser kulturelles Erbe digitalisieren und öffentlich zugänglich machen will.

Die Digitalisierung bestimmt unser Leben in nahezu allen Bereichen. Dabei stellen sich natürlich auch kritische Fragen etwa zum Datenschutz oder zum Urheberrecht. Es ist deshalb nur konsequent, dass sich die Münchner Wissenschaftstage 2014 unter dem Titel "Digitale Welten" diesem Themenkomplex und seinen vielen Facetten widmen. Ich bin mir sicher, dass die Besucher spannende, zum Teil auch kontroverse Einblicke in die Entwicklungen dieser Technologie gewinnen werden.

Ich bedanke mich beim Ausrichter sowie bei allen teilnehmenden Einrichtungen sehr herzlich dafür, dass die Münchner Wissenschaftstage schon zum 14. Mal stattfinden können. Die Veranstaltung leistet einen wertvollen Beitrag dazu, Wissenschaft und Technik an ein breites Publikum zu vermitteln und Begeisterung dafür zu wecken. In diesem Sinne wünsche ich allen Beteiligten großen Erfolg und allen Besuchern viel Vergnügen!

 

Dieter Reiter
Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München

Gut 70 Jahre lagen zwischen dem "Stapellauf" des ersten funktionsfähigen Digitalrechners – der legendären Z3 von Konrad Zuse, die als Nachbau zu den Top-Attraktionen der Informatik-Ausstellung des Deutschen Museums gehört – und den bis vor kurzem noch unvorstellbaren Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden. Doch abgesehen vom Big Data-Schattenreich geheimdienstlicher Spähprogramme: Unvorstellbar war – auch lange nach der revolutionären Erfindung Konrad Zuses – die Dimension des globalen Umbruchs, den die digitale Computertechnik in allen Lebens­bereichen in Gang gesetzt hat, in der Wirtschafts- und Finanzwelt, in der Wissenschaft und Forschung, in der Bildung und Kunst, in der Kommunikationskultur und im politischen Leben, überhaupt in der gesamten Lebens- und Alltagswelt der Gesellschaft, die sich inzwischen schon in die Spezies der "digital natives" und "digital immigrants" unterteilt.

Fest steht jedenfalls: Die "digitale Gesellschaft" ist längst keine Science Fiction mehr, sondern erlebbare Realität. Die Frage ist, wie wir im digitalen Zeitalter leben wollen und werden, wie wir die Zukunft der digitalen Gesellschaft gestalten, wie wir umgehen mit den Chancen und Risiken der "Digitalen Welten". Genau darum geht es bei den 14. Münchner Wissenschafts­tagen, die mit einem breiten Angebotsmix aus Vorträgen, Marktständen der Wissenschaft, Workshops und einem eigenen Kinderprogramm zum Mitmachen, Nachdenken und Austausch einladen, die auf anregende und aufklärende Weise "Wissen für alle" über den digitalen Wandel vermitteln und damit zugleich auch einen herausragenden Akzent setzen im Wissenschaftsjahr 2014.

Gerne habe ich dafür die Schirmherrschaft übernommen, sage den Organisatoren und allen Beteiligten ganz herzlichen Dank und wünsche den 14. Münchner Wissenschaftstagen einen vollen Erfolg!

   
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