Rückblick und Bildergalerie 2014

Wohin geht unsere digitale Reise? Diese Frage bewegte auf den 14. Münchner Wissenschaftstagen mehr als 30.000 Besucher. Die Veranstaltung lockte dieses Jahr so viele Interessierte an wie schon lange nicht mehr. Sie lud ein, sich mit den verschiedensten Aspekten der „Digitalen Welten“ zu befassen, mit Themen, die jeden angehen und motivieren. Das Programm sprach vor allem auch diejenigen an, die den größten Teil ihrer Zukunft noch vor sich haben und aktiv mitgestalten werden. Viele Studierende, Jugendliche und Kinder waren unter den Besuchern, darunter auch weit mehr als 100 Schulklassen mit ihren Lehrkräften.

Impressionen vom zentralen Veranstaltungsort der 14. Münchner Wissenschaftstage vom 8. bis 11. November 2014. -- Ein Klick auf eines der Bilder führt Sie zu einer vergrößerten Ansicht.

 

Mehr als 300 Spitzenwissenschaftler und Experten erläuterten und diskutierten vom 8. bis 11. November 2014 auf den 14. Münchner Wissenschaftstagen die Chancen und Risiken der neuen digitalen Techniken, die unsere Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft grundlegend verändert haben und rapide weiter verändern werden. Dass der Dialog mit dem Publikum so hervorragend gelang, lag an dem großen Engagement der vielen Experten, zu denen auch Ranga Yogeshwar, Harald Lesch, Gerd Hirzinger und Wolfgang Heckl zählten. Zugkräftig war allerdings nicht nur das zentrale Programm auf der Theresienhöhe, sondern auch das umfangreiche dezentrale Veranstaltungsangebot. Wie immer waren auch in diesem Jahr alle Veranstaltungen kostenfrei zugänglich.

In etwa 30 Vorträgen in der Alten Kongresshalle erklärten Experten den Einsatz der Digitalisierung in Archäologie, Kunstgeschichte, Umweltforschung, Biologie, Medizin, Wirtschaft und Verkehr. Sie fragten nach der Kriminalität im Internet, nach Cyber-Defense vor dem Hintergrund der NSA-Affäre, nach unserer Medienkompetenz und nach der neuen weltweiten bürgerlichen Öffentlichkeit durch Blogs, Tweets & Co. Prof. Harald Lesch, Moderator von „Abenteuer Forschung“, und Florian Hildebrand vom BR präsentierten das Rosetta-Philae-Projekt. Die nach zehnjähriger Weltraumfahrt kurz bevorstehende Landung von Philae auf dem Kometen Tschurjumow-Gerasimenko wurde live aus dem DLR- Kontrollzentrum in Köln kommentiert. Oft war die Alte Kongresshalle bis auf den letzten Platz besetzt. Auf besonders großes Interesse stieß die Frage „Kann das Internet psychisch krank machen?“ und die Ausführungen zu „Tiermonitoring aus dem Weltall“.

Ebenso abwechslungsreich waren die vier Themenabende in der Alten Kongresshalle. Zur Eröffnung am Samstagabend, reflektierten der Wissenschaftsjournalist Dr. h.c. Ranga Yogeshwar und der Generaldirektor des Deutschen Museums, Prof. Dr. Wolfgang Heckl, unsere „Digitalen Wissenswelten“. Im Anschluss wurden die Filme von jungen Preisträgern des Videowettbewerbs „Digitale Welten“ gezeigt. Am Sonntagabend lud Prof. Dr. Gerd Hirzinger vom DLR unter dem Titel „Zeittunnel ins virtuelle Bayern“ zu 3D-Reisen zu den Schlössern Ludwigs II. – auch den nicht realisierten wie Schloss Falkenstein – und zu vielen anderen historischen Orten in Bayern ein. Am Montag präsentierte dann der TV-Moderator Ralph Caspers in einer facettenreichen Wissenschaftsshow junge Nachwuchsforscher und deren wegweisende Promotionsarbeiten. Sie alle wurden dieses Jahr mit dem Hugo-Geiger-Preis der Fraunhofer-Gesellschaft ausgezeichnet. Unter dem Motto „Digitale Startups: Neue Impulse für die Welt“ diskutierten am Dienstagabend junge Startup-Vertreter live in einer interkontinentalen Videokonferenz. Zugeschaltet waren die University of Ghana in Accra und die University of California, Berkeley. Moderator in München war Peter Craven vom Auslandssender Deutsche Welle.

Auf mehr als 20 Marktständen präsentierten Expertinnen und Experten den Besuchern in der Alten Kongresshalle wieder eine Vielfalt von Themen und Experimenten, an denen jeder aktiv teilhaben konnte. Dabei ging es um Public Gaming, hochautomatisiertes Fahren, um Sicherheit für Smartphones, um Geotagging mit Störchen, Strahlenschutz für Mensch und Umwelt und um Telemedizin. Die Besucher konnten Einblicke gewinnen in 3D-Modellierungen in der Tiermedizin, in vernetzte Archäologie, in digitale Produktionswelten, und sie erfuhren unter anderem auch, wie man Energiebilanzen in der Gebäudetechnik simuliert. Hautnah erlebten viele interessierte Besucher autonom fliegende Quadrokopter und konnten mit einer Molekül-Simulation auf dem Supercomputer des LRZ interagieren.

„Welche Geheimnisse, welche Techniken und welche Logik stecken hinter den digitalen Geräten und Anwendungen?“ Am Wochenende konnten Kinder ab acht Jahren im KinderKunstLabor in der Alten Kongresshalle in offenen Workshops und Mitmachstationen Erfahrungen sammeln.

Im Verkehrszentrum des Deutschen Museums boten Veranstaltungen für jedermann und Workshops speziell für Kinder unter anderem die Möglichkeit, mit dem Computerspiel „Minecraft“ gemeinsam eine phantastische Welt zu erschaffen und mit dem Puppentheater „Pixel und die geheimnisvolle Nachricht“ auch den verführerischen Angeboten des Internets zu entgehen.

In mehr als einem Dutzend verschiedener Workshops in der Alten Kongresshalle für unterschiedliche Zielgruppen ging es um 3D-Welten am PC, um GPS für Fußgänger und Radfahrer, um den Einsatz der Digitalisierung in Kunstgeschichte und Kunstpädagogik, um Computerspiele für die medizinische Aufklärung, um Sharing Culture, um soziale digitale Startups, Filmkreationen aus Gemälden und um das Programmieren von Robotern. Besonderen Zuspruch erfuhren die Schulklassenführungen über die Marktstände.

Etwa 20 Ausstellungen, Vorträge und Führungen im Großraum München befassten sich mit so unterschiedlichen Themen wie Gehirnaktivität bei Computerspielen, Kopieren des menschlichen Körpers per 3D-Druck, Geocaching, Datenübertragung durch Licht und digitale Architekturplanung.

Auch in diesem Jahr beteiligten sich Wissenschaftler nahezu aller im Großraum München ansässigen Forschungseinrichtungen sowie zahlreiche Experten aus dem Bundesgebiet und dem Ausland mit großem persönlichem Engagement im Sinne des Mottos „Wissen für alle“. Die Rückmeldungen von Besuchern und Mitwirkenden waren ausnahmslos positiv. Dabei wurden besonders die vielen konstruktiven Gespräche zwischen Experten und Besuchern hervorgehoben. Unzählige interessierte Schülerinnen und Schülern suchten an den beiden Werktagen von morgens bis abends das Gespräch. Erfreulich ist das auch deswegen, weil aufgrund eines angekündigten Bahnstreiks einige Schulen aus dem Einzugsgebiet abgesagt hatten. Fast alle im Rahmen des Programms angebotenen Veranstaltungen waren ausgezeichnet besucht. Die Münchner Wissenschaftstage waren auch in diesem Jahr die bestbesuchte wissenschaftliche Veranstaltung im Großraum München. Der TV-Bildungssender ARD-alpha hat nahezu alle Vorträge sowie den Themenabend zu den „Digitalen Startups“ aufgezeichnet. Die Veranstaltungen werden ab Januar 2015 ausgestrahlt und sind danach auch in der Mediathek des BR zu sehen.

   
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